Denkinger Albvereinler vier Tage am Kauergrat
Eine Hüttentour mit 3500 Höhenmetern in beeindruckendem Bergpanorama und Blick zur Pitztaler und Ötztaler Gletscherwelt
Endlich: Nachdem wir die Tour wegen schlechtem Wetter zweimal verschieben mußten, konnten wir dieses Jahr Ende Juli bei bestem Wetter starten.
Die im Altersspektrum von mehr als 50 Jahren unterschied breit gestreute 10-köpfige Gruppe stieg am ersten Tag aus dem Kaunertal von Feichten auf 1400 m vorbei an der Verpeilhütte, den Madatschferner streifend hinauf zum Madatschjoch auf 3067 m Höhe. Ab etwa 2300 Hm gings über Blockgestein und die letzten 100 Höhenmeter zum Joch, wie auch der anschließende Abstieg zur 2817m hoch exponiert gelegenen Kaunergrathütte im Pitztal waren teils senkrecht, Schwindelfreiheit erfordernd mit Seilsicherungen auf Leitern und Eisentritten zu bewältigen – nach 5 Stunden Anstieg ein beeindruckender Abschnitt.
Allerdings entschädigte der tolle Rundumblick im Madatschjoch für die bei Hitze vergossenen Schweißtropfen
Der zweite Tag gestaltete sich anspruchsvoller als erwartet, da ein Teil des Cottbuser Höhenweg zur Riffelseehütte wegen Geröllabgängen und Abrutschgefahr gesperrt war. Wir wurden auf zusätzliche 250 Höhenmeter im Abstieg ins Tal des Lussbach geleitet, die wir fordernd in steilem Anstieg wieder erklimmen mussten.
Es folgte eine weitere Schlüsselstelle mit seilgesichertem steilem Abstieg in eine Senke mit anschließender Kletterei auf der gegenüberliegenden Bergseite.
Dennoch beschlossen die 4 Gipfelstürmer Dominik, Julia, Martina und Edwin weitere 300 HM auf den Brandkogel mit 2676m zu bewältigen – ein lohnender Gipfel mit tollem Panorama. Nach ausgefülltem Tag kamen alle durstig und Hungrig auf der 2289m hoch gelegenen Riffelseehütte an.
Der eigentlich „bequeme“ Fuldaer Höhenweg zum Taschachhhaus auf 2434m überraschte uns am dritten Tag aufgrund eines Felssturzes erneut mit einem Umweg. Zusätzliche Höhenmeter im seilversicherten Auf und Ab erforderten wiederum Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Zudem bekamen wir noch einen ausgiebigen Regenschauer ab.
Diesen hatten fast alle, die das ausgebuchte Taschachhaus, die größte Hütte auf unserer Tour, an diesem Tag zum Ziel hatten abbekommen. Folge war ein mit feuchten Jacken, Hosen, Schuhen und Socken gut bestückter Trockenraum mit Entwicklung ganz besonderer Düfte und Gerüche, die erinnernd in den Nasen haften blieben.
Ein weiteres Highlight bot der vierte Tag mit dem Aufstieg zum Ölgrubenjoch auf 3044m, wiederum mit tollem Panorama zur Silvrettagruppe mit Biz Buin, zum Allgäuer Hauptalpenkamm und zum Geigenkamm mit den sich anschließenden Ötztaler Gletscherbergen mit der Wildspitze.
Beim Aufstieg und einem Großteil des teils steilen und langen Abstiegs ins Kaunertal zum Gepatschhaus auf 1900 m konnten wir wieder unser Geschick auf Blockgestein unter Beweis stellen.
Nach kurzer Einkehr brachte der Linienbus die Gruppe entlang des Gepatsch-Stausee zurück nach Feichten.
Bei der Schlusseinkehr am Bodensee freuten wir uns über den reibungslosen unfallfreien Verlauf der Tour mit den tollen Eindrücken der 4 Tage, der angenehmen Führung von Edwin Bronner, den tollen Bergpanoramen. Bis auf einen Regenschauer konnten wir auch bestes Bergwetter genießen und ließen die interessanten Wege mit Klettereien und Blockgestein, die geselligen Hüttenabende mit toller Verpflegung und freundlichem Service Revue passieren.
Stolz waren wir auch auf die bewältigten über 3500 Höhenmetern und nicht zuletzt bleibt die immer gute Stimmung und Harmonie in unserer Gruppe, die eine Altersstreuung von unseren Twens bis in die „70er“ bot, angenehm in Erinnerung.
Edwin Dreher
Vorsitzender
Wanderweg durch den Wald bei der Erlenmühle ist wieder begehbar
Gemeinsame Wegebau-Aktion der Denkinger und Aixheimer Albvereinle
Historie
Die Ortsgruppen im Schwäbischen Albverein, Aixheim und Denkingen, ließen die Zusammenarbeit beim Wegebau wieder aufleben.
Vor über 30 Jahren wurde bei der Erlenmühle die Trasse des Verbindungsweges vom Neckarweg zum Hauptwanderweg 1 auf das Klippeneck geändert, wofür ein 250 m langes Wegstück ansteigend durch den Wald neu angelegt werden musste.
Grund dafür waren Beschwerden von Wanderern, dass auf dem ursprünglichen Wegverlauf von der Erlenmühle nach Denkingen außergewöhnlich viel Fahrzeugverkehr herrsche. Der damalige Wegewart Bruno Kirstein initiierte darauf die Verlegung des Weges ein Stück nach Norden durch das ansteigende Waldstück auf den Weg über Honberg – Freibühl nach Denkingen.
Da das neue Wegstück gemarkungsübergreifend von Aixheim nach Denkingen verlief, starteten die Albvereinler der beiden Ortsgruppen eine gemeinsame Wegebauaktion, die mit 50 Arbeitsstunden bewältigt wurde.
Aktion 2026
Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Weg durch den Wald aufgrund Waldarbeiten und Veränderungen in der Topografie zu einer unwegsamen Etappe.
Die Vorsitzenden der Albvereinsortsgruppen, Michael Fetzer, Aixheim und Ewin Dreher, Denkingen, vereinbarten, die historische Aktion ihrer Vorgänger aufleben zu lassen, und mit ihren Vereinsaktiven die 250 m lange Trasse neu anzulegen und begehbar zu gestalten. In 2 Arbeitsaktionen mit 9 Aktiven und 45 Stunden wurden nun 3 Treppen an den Steilstücken neu gebaut, die Trasse freigeschnitten und die Strecke mit neuen Wegmarken ausgeschildert.
Es war eine tolle engagierte Aktion, die die ortsgruppenübergreifende Gemeinschaft förderte und mit einem geselligen Helfertreffen abgeschlossen wird.
Vorstizender
Edwin Dreher
















